Der Pharmasektor im Senegal befindet sich noch in einer frühen Entwicklungsphase. Derzeit importiert das Land mehr als 90 % seiner Medikamente und nahezu 99 % seiner Impfstoffe. Um diese Abhängigkeit zu verringern, verfolgt die senegalesische Regierung eine langfristige Strategie zum Ausbau der lokalen Pharmaindustrie. Ziel ist es, bis 2030 ein Drittel des nationalen Bedarfs an Arzneimitteln im eigenen Land zu produzieren und diesen Anteil bis 2035 auf 50 % zu erhöhen. Damit sollen die Versorgungssicherheit verbessert und das Gesundheitssystem nachhaltig gestärkt werden.
Die Projektaktivitäten werden in Zusammenarbeit mit der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH im Rahmen des Projekts SenPharm/SUNU MAV+ durchgeführt und finanziert. Ziel ist die Förderung der lokalen pharmazeutischen Produktion im Senegal. Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) bilden das Rückgrat einer nachhaltigen wirtschaftlichen Entwicklung und spielen eine entscheidende Rolle für den langfristigen Erfolg des Pharmasektors.
Die Maßnahmen der AGHA konzentrieren sich daher auf die Unterstützung und Weiterentwicklung dieser Unternehmen. Im Mittelpunkt stehen dabei der Aufbau von Kompetenzen in den Bereichen WHO-Präqualifizierung, industrieller Brandschutz sowie Zugang zu Finanzierungsmöglichkeiten. Ziel des Projekts ist es, den senegalesischen Pharmasektor nachhaltig zu stärken, die Eigenständigkeit des Landes im Gesundheitswesen zu erhöhen und den Senegal langfristig als bedeutenden Produktions- und Exportstandort für pharmazeutische Produkte in Westafrika zu etablieren.
Durch Investitionen in lokale Produktionskapazitäten, Fachwissen und regulatorische Strukturen trägt das Projekt dazu bei, die Widerstandsfähigkeit des Gesundheitssystems zu erhöhen und die Reaktionsfähigkeit auf zukünftige Gesundheitskrisen zu verbessern.
Unser besonderer Dank gilt der GIZ, die dieses Projekt mit Unterstützung des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) sowie der Europäischen Union ermöglicht.
Die WHO-Präqualifizierung ist ein entscheidender Meilenstein für pharmazeutische Hersteller. Sie bestätigt die Einhaltung internationaler Qualitätsstandards und eröffnet den Zugang zu internationalen Märkten sowie zu globalen Beschaffungsprogrammen.
Für Hersteller von Arzneimitteln und Impfstoffen ist die WHO-Präqualifizierung von besonderer Bedeutung, da sie die Zusammenarbeit mit internationalen Organisationen und Gesundheitsprogrammen ermöglicht. Dazu gehören unter anderem UNICEF, der Globale Fonds sowie die President’s Malaria Initiative (PMI). Gleichzeitig stärkt sie das Vertrauen in die Qualität der Produkte und verbessert die internationale Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen.
Dieses Arbeitspaket bietet umfassende Einführungsschulungen zum Prozess der WHO-Präqualifizierung. Die Schulungen richten sich insbesondere an bestehende und zukünftige Unternehmen der pharmazeutischen Industrie, die Arzneimittel oder Impfstoffe herstellen oder künftig produzieren möchten.
Darüber hinaus erhalten die teilnehmenden Unternehmen eine langfristige fachliche Begleitung. Dabei werden bestehende Prozesse analysiert, Verbesserungspotenziale identifiziert und konkrete Maßnahmen entwickelt, um die Anforderungen der WHO erfolgreich umzusetzen.
Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) bilden das Rückgrat jeder Volkswirtschaft. Sie schaffen Arbeitsplätze, fördern Innovationen und leisten einen wesentlichen Beitrag zur wirtschaftlichen Entwicklung. Dies gilt nicht nur für Industrienationen, sondern auch für Entwicklungsländer wie den Senegal. Insbesondere im Pharmasektor sind leistungsfähige KMU von entscheidender Bedeutung, um die Versorgung mit wichtigen Arzneimitteln sicherzustellen und die Gesundheitsversorgung der Bevölkerung nachhaltig zu verbessern.
Eine der größten Herausforderungen für Unternehmen und öffentliche Einrichtungen im Senegal ist jedoch der Zugang zu Finanzierungsmöglichkeiten. Begrenzte finanzielle Ressourcen erschweren Investitionen, Innovationen sowie den Ausbau von Produktionskapazitäten.
Um diese Herausforderung zu bewältigen, nutzt die AGHA ihr internationales Netzwerk und ihre langjährige Erfahrung, um Kooperationen zwischen senegalesischen Pharmaunternehmen und nationalen sowie internationalen Finanzierungspartnern zu fördern. Dazu gehören unter anderem Investoren, Banken, Fonds und Exportkreditagenturen. Ziel ist es, geeignete Finanzierungslösungen für die Weiterentwicklung des Pharmasektors zu identifizieren und den Zugang zu diesen zu erleichtern.
Dieses Arbeitspaket unterstützt senegalesische Pharmaunternehmen bei ihrer Teilnahme an der CPHI Frankfurt, einer der weltweit größten Fachmessen der pharmazeutischen Industrie, die vom 28. bis 30. Oktober 2025 in Frankfurt am Main stattfindet.
Die von SenPharm gemeinsam mit der GIZ Senegal organisierte Delegationsreise bietet kleinen und mittleren Unternehmen eine hervorragende Gelegenheit, internationale Geschäftskontakte aufzubauen, potenzielle Kooperationspartner kennenzulernen und sich über aktuelle Entwicklungen und Innovationen der Branche zu informieren.
Um den größtmöglichen Nutzen aus der Messeteilnahme zu ziehen, unterstützt die AGHA die Unternehmen bereits im Vorfeld. Für jedes Unternehmen wird ein professionelles Unternehmensprofil („One-Pager“) erstellt, das zur Präsentation gegenüber potenziellen Partnern genutzt werden kann. Darüber hinaus unterstützt die AGHA bei der Vereinbarung von Geschäftsterminen mit Unternehmen und Organisationen auf der Messe.
Während der gesamten Veranstaltung steht ein AGHA-Experte vor Ort als Ansprechpartner zur Verfügung und begleitet die Delegation bei der Vernetzung mit internationalen Partnern.
Auch Unternehmen, die nicht persönlich an der CPHI teilnehmen können, profitieren von diesem Arbeitspaket. Sie erhalten Unterstützung bei der Erstellung eines professionellen Unternehmensprofils, das für die Ansprache potenzieller Finanzierungs- oder Kooperationspartner genutzt werden kann.
Der Brandschutz ist ein wesentlicher Bestandteil des Risikomanagements in der pharmazeutischen Industrie. Insbesondere für senegalesische Pharmaunternehmen, die internationale Qualitäts- und Sicherheitsstandards erfüllen möchten, ist ein wirksames Brandschutzkonzept von zentraler Bedeutung.
Brände in Produktionsstätten können erhebliche Schäden für Mitarbeitende, Anlagen, Maschinen und Produktionsprozesse verursachen. Neben hohen wirtschaftlichen Verlusten können sie auch die Einhaltung internationaler Standards wie der WHO-Präqualifizierung oder der Good Manufacturing Practice (GMP) gefährden.
Viele Pharmaunternehmen im Senegal verfügen jedoch bislang nicht über ausreichende personelle, technische oder finanzielle Ressourcen, um ein umfassendes Brandschutzmanagement aufzubauen. Fehlende Risikoanalysen, unzureichende Brandschutzeinrichtungen und mangelnde Notfallplanung erhöhen das Risiko für Unternehmen und können sich auf die gesamte Lieferkette auswirken.
Dieses Arbeitspaket besteht aus drei aufeinander aufbauenden Bausteinen und richtet sich an kleine und mittlere Pharmaunternehmen im Senegal:
Zuverlässige und gut gewartete Produktionsanlagen sind eine wesentliche Voraussetzung für eine gleichbleibend hohe Produktqualität, die Einhaltung regulatorischer Anforderungen, effiziente Produktionsprozesse und eine sichere Versorgung mit Arzneimitteln. Dennoch stehen viele Pharmaunternehmen vor Herausforderungen in den Bereichen Wartung, vorbeugende Instandhaltung, Dokumentation und technische Fachkompetenz. Die Folgen sind ungeplante Produktionsausfälle, steigende Betriebskosten und Produktivitätsverluste.
Dieses Arbeitspaket unterstützt senegalesische Pharmaunternehmen durch praxisnahe Schulungen und eine individuelle Vor-Ort-Begleitung im Bereich Anlagenmanagement und Instandhaltung.
Die Teilnehmenden lernen, strukturierte Instandhaltungssysteme aufzubauen, die Anlagenverfügbarkeit nachhaltig zu verbessern und praktische Werkzeuge wie die QR-Code-basierte Kennzeichnung von Anlagen einzusetzen.
Nach Abschluss der Schulungen erhalten ausgewählte Pharmaunternehmen eine individuelle Vor-Ort-Begleitung durch Experten der AGHA. Diese umfasst unter anderem praktische Unterstützung bei Wartungsmaßnahmen, die Bewertung defekter Anlagen, Empfehlungen für Reparaturen sowie Hilfe bei der Einführung digitaler Instandhaltungs- und Bestandsmanagementsysteme.
Das GIZ-Projekt „SenPharm/SUNU MAV+“, das im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) durchgeführt und von der Europäischen Union im Rahmen der MAV+-Initiative kofinanziert wird, verfolgt das Ziel, die institutionellen Kapazitäten öffentlicher und privater Akteure im Senegal zu stärken. Damit soll die Eigenständigkeit des Landes bei der Produktion von Impfstoffen und pharmazeutischen Produkten bis 2026 nachhaltig gefördert werden.
Zur Erreichung dieses Ziels konzentriert sich das Projekt auf vier zentrale Handlungsfelder:
Weitere Informationen finden Sie unter:
Ausbau der lokalen Impfstoff- und Pharmaindustrie im Senegal | GIZ
Die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH ist ein weltweit tätiger Dienstleister der internationalen Zusammenarbeit für nachhaltige Entwicklung und internationale Bildungsarbeit. Ihr Ziel ist es, gemeinsam mit ihren Partnern weltweit nachhaltige Lösungen für wirtschaftliche, soziale und ökologische Herausforderungen zu entwickeln und so lebenswerte Perspektiven für die Zukunft zu schaffen.
Mit mehr als 50 Jahren Erfahrung verfügt die GIZ über umfassende Expertise in zahlreichen Fachgebieten. Zu ihren Schwerpunkten gehören die Förderung einer nachhaltigen wirtschaftlichen Entwicklung sowie von Ausbildung und Beschäftigung, der Klima- und Energieschutz – insbesondere im Bereich erneuerbare Energien und Energieeffizienz – sowie die Stärkung friedlicher, gerechter und inklusiver Gesellschaften durch gute Regierungsführung.
Die GIZ arbeitet weltweit im Auftrag der deutschen Bundesregierung, der Europäischen Union, der Vereinten Nationen sowie weiterer Regierungen und internationaler Organisationen. Darüber hinaus kooperiert sie eng mit Unternehmen, der Zivilgesellschaft und wissenschaftlichen Einrichtungen, um nachhaltige Entwicklungsprozesse wirksam zu gestalten.
Hauptauftraggeber der GIZ ist das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ).
Weitere Informationen finden Sie unter:
www.giz.de/senegal